Mit sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs) kann man sich überaus leicht anstecken; dieses Risiko kann durch Befolgung der Safer-Sex-Regeln (die vor einer HIV-Übertragung schützen) lediglich verringert werden. Aus diesem Grund stehen die Erkennung von STDs und deren Behandlung (auch bei den Sexualpartner/innen!) im Vordergrund - nicht zuletzt, um weitere Infektionen zu verhindern. Im Folgenden informieren wir über die verbreitetsten STDs (Übertragungswege, Vorbeugung, Symptome, Behandlung, Besonderheiten, z.B. bei Menschen mit HIV), und erklären, wann man am besten zum Arzt gehen sollte und wie es mit der Meldepflicht aussieht.
Bei allen sexuell übertragbaren Krankheiten sollten unbedingt auch die Sexualpartner(innen) mitbehandelt werden!
Harnröhrenentzündung (Urethritis)
Verschiedene Erreger; Übertragbarkeit und Symptome (vor allem Brennen beim Wasserlassen und Ausfluss aus der Harnröhre) ähnlich wie bei Tripper, jedoch seltener eitrig. Je nach Erreger ist auch diese Geschlechtskrankheit gut behandelbar.
Hepatitis (Leberentzündung / Gelbsucht)
Unter Hepatitis werden alle entzündlichen Erkrankungen der Leber zusammengefasst. Diese schädigen die Leberzellen und stören die Organfunktion zum Teil erheblich. Die Ursachen für eine Hepatitis sind unterschiedlich: Es können Viren, Bakterien oder Parasiten dafür verantwortlich sein, ebenso Krankheiten (z.B. Sarkoidose oder Autoimmunerkrankungen), Medikamente, Alkohol oder Chemikalien. Am häufigsten wird eine Hepatitis durch Viren verursacht. Im Vordergrund stehen dabei fünf Virustypen. Sie werden mit den Buchstaben A, B, C, D und E bezeichnet (z.B. Hepatitis C-Virus, HCV). Ihr Übertragungsweg verläuft je nach Virustyp unterschiedlich: Bei Hepatitis A und Hepatitis E handelt es sich um Krankheiten, die über Schmierinfektionen übertragen werden (fäkal/oral). Der Erreger gelangt dabei aus dem Kot (fäkal) an Gegenstände oder in Lebensmittel und somit über den Mund (oral) wieder in einen Organismus. Hepatitis B wird dagegen sowohl sexuell als auch auf dem Blutweg, die Hepatitis C vorrangig auf dem Blutweg übertragen. Hepatitis D betrifft nur Personen, die akut oder chronisch mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sind.
Herpes
irusinfektion an Mund, Penis oder Darm; übertragbar durch direkten Hautkontakt; die z.T. sehr schmerzhaften "Ausbrüche" sind gut behandelbar, aber das Virus bleibt im Körper und meldet sich meist bei Stress oder körperlicher Schwäche in Form von schmerzhaften Bläschen wieder, die aufplatzen und Geschwüre bilden können.
Syphilis (Lues)
Die Erreger der Syphilis werden vor allem beim Kontakt mit einem Syphilisgeschwür an Haut oder Schleimhaut übertragen. Am häufigsten treten die ersten Symptome einer Syphilis am Penis, am After oder an der Scheide auf, aber sie sind auch an anderen Körperstellen möglich. Beginnend oft als roter Fleck, der zum Geschwür werden kann. Auffällig ist eine starke, oft schmerzhafte Lymphknotenschwellung.
Die typischen Anzeichen dieser Infektion treten in der Regel innerhalb von 9-21 Tagen nach der Ansteckung auf und verschwinden auch ohne Behandlung nach einiger Zeit wieder (eine Behandlung ist aber dennoch unbedingt notwendig!)
Bei Nichtbehandlung kann die Syphilis zu schweren Gesundheitsschäden führen. Sie ist mit Penicillinen gut behandelbar.
Tripper
Bakteriell übertragbar durch Schleimhautkontakt mit eitrigem Sekret aus der Harnröhre oder einem Schleimhautgeschwür im/am After, im/am Mund, am Penis oder in/an der Scheide. Das heißt, dass es beim Vaginal-/Analverkehr, Oralverkehr und eventuell auch bei der Befriedigung des Partners zu einer Ansteckung kommen kann. Symptome treten in der Regel 2-5 Tage nach der Ansteckung auf. Mögliche Symptome: Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss aus der Harnröhre oder Scheide, kleine Geschwüre an den Schleimhäuten von Mund, After, Penis oder Scheide, Bläschen, aber auch symptomfreier Verlauf.
Mit Antibiotika ist der Tripper gut behandelbar.
Weitere Informationen im Internet finden Sie zum Beispiel hier.

