Nächsten Treffpunkt RUHRWELLEN

Freitag, 08.06.2012 ab 21:00 Uhr

Kneipe für "Zum Pümpchen",
Kopstadtplatz 23 in Essen-City

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CSD "CHRISTOPHER STREET DAY"

Stonewall Inn 1969New York City, 28. Juni 1969. Der Tag der Beisetzung von Judy Garland (Liza Minelli´s Mutter, bekannt aus "Der Zauberer von Oz"). In einem etwas heruntergekommenen Lokal, dem "Stonewall Inn" in der Christopher Street 53, Greenwich Village, New York, versammeln sich Schwule, Lesben, Bisexuelle, Stricher, Dragqueens und alle anderen, die die Gesellschaft als "krank" und "psychisch gestört" bezeichnet. Alle, die nicht so sein dürfen, wie sie sind, weil es gesetzlich verboten ist. Sie sind gekommen, um der großen Diva zu gedenken.

Rücksichtslose Polizisten und ihre brutalen Razzien halten den "Abschaum der Stadt" mit Hilfe der Justiz unter Kontrolle: Der Alkoholausschank an Homosexuelle ist verboten, das Tanzen gleichgeschlechtlicher Paare ebenso und jeder muss seinem biologischen Geschlecht entsprechend mindestens drei Kleidungstücke tragen. Nicht zuletzt ein Grund, warum die wenigen Dragqueens der Stadt immer wieder grundlos inhaftiert werden.

Das "Stonewall Inn" hat keine Alkoholkonzession und schenkt illegal Hochprozentiges aus, nimmt man an. Die Polizei greift hart durch und geht auch mit Gewalt gegen die Besucher des Schwulenviertels vor. Aus Angst vor Inhaftierungen oder Schlimmerem leisten die Opfer keinen Widerstand. Sie lassen den prügelnden und brüllenden Cops freien Lauf.

An diesem besagten Abend führt die New Yorker Polizei eine der vielen Razzien durch, so auch im "Stonewall Inn", und auch diesmal wird nicht zimperlich mit den Leuten umgegangen.

Die Wut darüber, dass man nicht einmal ungestört über den Tod eines Menschen trauern kann, wendet sich in Gewalt. Zum ersten Mal schlagen die Schwulen und Lesben, die Bisexuellen und Stricher, die Dragqueens und Dragkings zurück.

Zuerst fliegt eine Flasche in die Richtung der Beamten. Dann fliegen Geldstücke und Gläser, die Inhalte der Handtaschen, Aschenbecher, alles, was man zu greifen bekommt und schließlich schlägt man auf die Staatsgewalt ein. Die Wut jahrelanger Unterdrückung kommt zum Ausbruch.

Stonewall Inn heuteViele nutzen die Chance das Lokal zu verlassen. Der Rest wird von den perplexen Beamten zurückgedrängt, bevor sie sich in der mittlerweile leeren Bar vor den randalierenden Menschen verschanzen müssen. Von draußen versucht man mit Hilfe einer Parkuhr als Rammbock die Türen des "Stonewall Inn" zu durchbrechen; Fensterscheiben werden eingeschlagen, um den Cops den Rest zu geben. Man versucht einen Brandsatz zu legen, doch es gelingt nicht.

Inzwischen wird aus dem Inneren der Bar ein Sondereinsatzkommando angefordert, das kurz darauf eintrifft. Aber auch das kann die Homos nicht in Schach halten. Aus anderen Bars, die in der näheren Umgebung des "Stonewall Inn" liegen, stürmen die Menschen herbei und gehen zusammen mit den Schwulen und Lesben gegen die Staatsgewalt vor. Über Vierhundert aufgebrachte Menschen kämpfen nun gegen die Staatsdiener. Vier verletzte Polizisten und 14 Verhaftete ist die Bilanz. Nach dem Einsatz von Tränengas und der Räumung der Christopher Street kehrt um vier Uhr morgens wieder Ruhe ein. Doch vorbei ist es noch lange nicht...

Auch am nächsten Tag hat das "Stonewall Inn" wieder geöffnet. Und auch an diesem Abend führt die New Yorker Polizei eine ihrer Razzien durch. Vier Menschen werden verhaftet und die Schlacht entfacht von neuem...

Insgesamt vier Tage lang dauert der "Aufstand der Perversen", wie man ihn in New York nennt, bis der Polizeichef die diskriminierenden Razzien ein für alle mal untersagt.
Noch heute erinnern sich nicht nur Schwule und Lesben an die Schlacht im "Stonewall Inn", indem sie den "Christopher Street Day (CSD)" feiern. Sie ziehen in einem farbenprächtigen Zug durch die Metropolen Amerikas und auch Europas und kämpfen so für mehr Rechte und gegen Diskriminierung.

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